Lassen Sie sich in unser „Café am Pfarrgarten“ einladen!

Termine für das Jahr 2020

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Ein Artikel von Claudia Burst über unser "Café am Pfarrgarten

Im Geislinger Stadtbezirk Türkheim öffnet an jedem dritten Donnerstag im Monat das „Café am Pfarrgarten“. Kirchengemeinderätin Dorothea von Lünenschloß will damit einen offenen Treffpunkt schaffen und „als Kirche einladend wirken“. Es funktioniert.

Ein ausrangierter Fensterladen steht vor dem alten Pfarrhaus in Türkheim. Daran hängt ein ovales Schild mit der Aufschrift „Café am Pfarrgarten“. Eine Tafel zeigt an, dass es geöffnet hat. Wie das Café selbst ist auch dieser Hinweis dem kreativen Geschick Dorothea von Lünenschloß‘ zu verdanken. Die Idee zu einem Café, einem offenen Treffpunkt für Familien, Paare oder Alleinstehende, schlummerte bereits Jahre im Hinterkopf der Kirchengemeinderätin. Als im vergangenen Winter der Mehrzweckraum im Erdgeschoss des leer stehenden Pfarrhauses in Türkheim renoviert wurde und sich auf einmal so freundlich präsentierte, war die Idee wieder da. „Mir ist wichtig, dass wir als Kirche einladend wirken“, sagt von Lünenschloß. Es wäre schade, so einen schönen Raum nur für Sitzungen zu nutzen.

Dorothea von Lünenschloß aktivierte die ehemaligen Mitarbeiterinnen des Seniorenkreises, der sich aufgelöst hatte, und rannte dort genauso offenen Türen ein wie bei Pfarrerin Helga Striebel und dem Kirchengemeinderat der Verbundkirchengemeinde Türkheim-Aufhausen.

Seit Juli findet das „Café am Pfarrgarten“ jeden dritten Donnerstag im Monat statt. Bei schönem Wetter draußen im Pfarrgarten mit Blick aufs Fachwerk des Gebäudes und inmitten grüner Büsche und Bäume, ansonsten im neuen Raum im Erdgeschoss, das dank der Renovierung auch wieder gut geheizt werden kann und als Ausweichquartier für Sonntagsgottesdienste genutzt wird. Drei Tische für je sechs bis sieben Gäste befinden sich darin.

„Sowas wie dieses Café – das war höchste Zeit“

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© Foto: Claudia Burst

„Die Leute haben uns gestürmt“, berichtet Dorothea von Lünenschloß. Obwohl der dritte Donnerstag im August ein regnerischer Tag gewesen sei, seien fast 50 Gäste gekommen. Der Raum platzte aus allen Nähten. „Manche saßen im Flur, andere in einem der Räume in der alten Pfarrwohnung, dort, wo sich auch der Kirchengemeinderat oder die Konfis treffen“, berichtet von Lünenschloß und sagt: „Das war mir peinlich.“ Kurzerhand entschied sie, auch diesen Raum zu verschönern. „Es musste schnell gehen, ich habe da gar nicht lange gefragt.“ Nun leuchtet der Raum in freundlichen Gelbtönen. Die Tische gab es schon, Stühle habe sie kostenlos im Internet ergattert. „Die sind mit einem Holzauffrischungsmittel richtig schön geworden.“ Sie nähte Läufer für jeden der drei Tische. Dank gelber Sonnenblumen und großer Hortensienblüten muss es jetzt niemandem mehr peinlich sein, wenn sich die Gäste hierher begeben. Im Gegenteil.

„Sowas wie dieses Café – das war höchste Zeit“, findet Robert Haas, der im September zum ersten Mal als Gast dabei ist. Seine Frau Anneliese lobt das Café in den höchsten Tönen: „Schöne Gespräche, guter Kaffee, gute Kuchen – was will man mehr?“ Den Kuchen backen Ehrenamtliche – die Frauen, die Dorothea von Lünenschloß unterstützen, aber auch Leute im Dorf, die die Idee einfach gut finden.

Weder Tee noch Kaffee noch Kuchen kosten etwas, nur ein Spendenkässle wird aufgestellt. Mit dessen Inhalt können die Kosten für den fairen Kaffee genauso bestritten werden wie die Farbe für das Zusatzzimmer. „Es war ziemlich eng letztes Mal. Unser Kreis wurde immer größer, es war richtig nett“, sagt Ingrid Albrecht. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man auf dem Dorf so etwas hat.“

Ev. Gemeindeblatt 41/2019 | von Claudia Burst